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Die Wende im Verlauf der Raunächte

In unserem Buch über die Raunächte habe ich heute früh nochmal nachgelesen, welche Bedeutung die gerade vergangene Nacht im Rahmen der 12 Nächte hatte. Und war ziemlich traurig zu erfahren, dass die Zeit der stillen heiligen Nächte damit schon Vergangenheit ist und die Vorbereitung auf die Jahreswende, den Neuanfang auf dem Plan steht. Traurig deshalb, weil ich die weihnachtliche Atmosphäre unserer geschmückten Wohnung noch ganz wehmütig in mir aufnehme und einfach noch einige Zeit mit dem Weihnachtsbaum und allen Dingen um ihn herum genießen will. Aber gleichzeitig merke ich tatsächlich an mir selbst wie auch an der mir entgegen strömenden Stimmung der Menschen um mich herum, dass sich tatsächlich schon neue Geschäftigkeit Raum schafft und die eben noch gewollte Ruhe vertreibt. Den im Buch empfohlenen Ausflug haben wir zwar noch vor uns, aber ein kurzer Außeneinsatz war heute schon mal der passende Ersatz. Die zeitlose Aura dieser Tage wollen wir uns aber trotz aufkommender Neuanfangsstimmung nicht nehmen lassen.

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Weihnachtsbaum 2016

Weihnachtsbaum 2016

Irgendwie haben wir in diesem Jahr mehr von der Vorweihnachtszeit. Da Heilig Abend auf einen Samstag fällt, liegt die größtmögliche Zeitspanne zwischen dem 4. Advent und Weihnachten. Mit dem Aufstellen des Weihnachtsbaums mussten wir deshalb auch früher dran sein als sonst. Denn in unserer Familie hat es Tradition, dass der Baum am Wochenende vor den Feiertagen aufgestellt wird, bevorzugt am Samstag. Die wenigen Tage seit dem Aussuchen beim Händler hat der Baum noch draußen gestanden, mit Bodenkontakt, so konnte nichts austrocknen. Aber vor dem Hereinholen musste noch einiges vorbereitet und zusammengetragen werden: Der Christbaumständer vom Dachboden, die Überlaufschale zur Sicherheit, die Nylonschnur zum zusätzlichen Sichern der Spitze, natürlich der gesamte Baumschmuck, das sind so einige Kartons, und die Holzkrippe mit den Figuren. Den Baum habe ich wie immer im Netz in die Wohnung getragen und erst dort aufgeschnitten. In den Ständer, gut festgeklemmt, und siehe da, er stand gleich beim ersten Versuch absolut gerade. Kein weiteres Justieren notwendig, das ist selten. Eine Herausforderung dann – auch wie immer – die Beleuchtung. Nach wochenlangem Hin- und Herüberlegen und einiger Recherche zu den aktuell erhältlichen LED-Ketten, mit Kerzen, Clustern, warmweiß, extra-warmweiß, verschiedenste Ausführungen, bin ich dann doch dazu gelangt, wieder die alten Christbaumlichterketten mit konventionellen Kerzen und Lampen zu verwenden. Es sind gleich drei mit je verschiedener Zahl von Kerzen, und deshalb schwierig zu kombinieren und gleichmäßig über die Äste des Baums zu verteilen. Aber es ist dann nach Anfangsschwierigkeiten gut gelungen. Am Ende war es mir doch noch zu wenig Licht. Anders als geplant, habe ich deshalb auch noch die 24 kleinen LED-Kerzen mit Batteriebetrieb in die Lücken gesetzt. Gut, um den Baum vollständig zu beleuchten und auf Grund fehlender Kabel schön anzusehen. Die nicht ganz so warme Lichtfarbe ist zwischen dem atmosphärischen Licht der konventionellen Lampen verkraftbar und fällt kaum auf. So habe ich doch noch eine sinnvolle Verwendung für die neuen Kerzen gefunden, auch ohne den ursprünglich angedachten Zweit-Weihnachtsbaum. Puh, ganz schön viel Arbeit. Aber jetzt war die Pflicht erfüllt, Zeit für das eigentliche Schmücken und die obligatorische Weihnachtsmusikbegleitung von der CD. Das alten Programm: Zwei meiner Lieblings-CDs mit lateinamerikanischer Musik, die zwar nicht weihnachtlich sind, für mich aber wunderbar in die Weihnachtszeit passt, und später natürlich Helene Fischer mi ihren amerikanischen Weihnachtsliedinterpretationen. Nach den melancholischen also die eher süßen Klänge, genau richtig für die Kür des Baumschmückens. Das glich dem des Vorjahres, natürlich mit den neuen Gebetbuch-Faltengeln, Gold- und Glaskugeln, jeder Menge Samtschmuck, Aufhänger aus Holz, Glas und Metall. Strohsterne als Akzent neben die Kerzen. Ich wollte es besonders opulent und freue mich über das Ergebnis. Der Baum ist fürs Schmücken ideal, die schöne Astarchitektur gerade im Kronenbereich, kräftige Äste, die auch mal ein schwereres Teil aushalten, deutlich abgesetzte „Etagen“, die ein majestätisches Gesamtbild befördern. Einfach schön, dass ich alles ohne Katastrophen und Ausfälle ganz ruhig installieren konnte. Eine Ruhe, die die Ausstrahlung des Baums in der Zeit bis zum Dreikönigstag begleiten und die weihnachtliche Stimmung zuhause mitprägen möge.

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Ruhig werden und weihnachtlicher Gleichklang

Weihnachten und spannungsreiche Kommunikation. Das scheint weitverbreitet zu sein. Merkwürdigerweise nicht nur bei Familien, deren Mitglieder sich sonst nie sehen und dann an den Festtagen mit dem engen Zusammensein überfordert sind. Ich beobachte das auch bei solchen Menschen, die nicht nur an Weihnachten eng miteinander sind. Gerade so, als wenn die Erwartung eines mit Symbolen besetzten Festes das psychische und soziale Gleichgewicht stören könnte. Dabei würde ich mir genau das Gegenteil wünschen, ein bis zu Heiligen Abend wachsendes Ruhig- und Gelassen-Werden. Die zunehmende Annäherung an einen Gleichklang, der auf einer uralten und tief greifenden Gemeinsamkeit beruht und eben nicht auf der Projektion des Individuellen. Wenn verschiedene Menschen gemeinsam vor dem Weihnachtsbaum stehen, besonders in der längsten Nacht des Tages, und das gemeinsame Verwurzelt-Sein im Angesicht des geschmückten und beleuchteten Baums für Momente aufblitzt und spürbar wird, dann ist Weihnachten auch emotional präsent. Wir sollten uns die Chance auf dieses Erleben nicht verbauen durch allzu große Erwartungen. Wenn es dieses Gemeinsame gibt, wird es sich zeigen, auch ohne Anstrengung und sehr viel wahrscheinlicher ohne vorherige Aufregung und Aggression.

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Ein wenig durchatmen

Die milderen Temperaturen tuen zwischendurch gut, nur mehr Sonne würde ich mir wünschen. Außerdem spart das Gießwasser und gönnt den Pflanzen eine Atempause, in der sie ihren Flüssigkeitsvorrat auffüllen können. Ich hoffe, dass das den Feigen gut tun wird und sie vor allem dicker werden lässt, immer vorausgesetzt die Wärme und Sonne kommt wieder zurück. Ohne das nämlich kann es nichts werden mit der Fruchtreife, mit der der Baum in diesem Jahr ohnehin sehr spät dran ist. Noch kann ich keine auch nur annähernd reife Feige entdecken. Auf unserer Schiefertafel stehen nach wie vor nur zwei Kreidestriche, für die zwei Vorfeigen, die wir vor Monaten gepflückt haben. Nun freue ich mich auf das Wochenende, die ruhige Holzarbeit im Freien und die Versuche, die ich mir bezüglich der richtigen Befestigung der getrockneten Strohblumen vorgenommen habe.

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Rahmenbedingungen der Kontemplation

Für meine Holzarbeiten ist mir in letzter Zeit ein gutes Timing gelungen. Gerade in Verbindung mit den sommertypischen Ernte-, Zubereitungs- und Gartenaktivitäten, die zwischendurch immer wieder eingestreut sind. Und in den nächsten Tagen kommt noch eine Renovierungsaktivität dazu. Jedenfalls sind die Arbeiten immer rechtzeitig fertig oder so weit abgeschlossen, dass sie fristgerecht versendet werden können. Das ist gut, denn Ruhe und Ordnung gehören für mich zu dieser Art von Arbeit, deren kontemplatives Element ohne diesen Rahmen nicht wirklich funktionieren kann. Deshalb ist es mir auch wichtig, mit Voraussicht die richtigen Bedingungen zu schaffen, damit der Sinn der kreativen und kommunikativen Arbeiten erfüllt werden kann. Zusammen ergibt das eine Form, die jedem einzelnen Element in der Kette eine Schlüssigkeit verleiht. Ich bin sicher, dass diese Schlüssigkeit auch nach außen wahrnehmbar ist und die Kommunikationsabsichten unterstützt.

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Ruhige Augenblicke unter Bäumen

Ein sehr schöner Ausflug nach T., der wohl angenehmer als zu dieser Jahreszeit nicht sein könnte. Wegen der guten Laune der Menschen und ihrer Freude über den endlich angekommenen Sommer. Aber auch wegen der Abwechslung, sich im großstädtischen Rahmen für kurze Zeit bewegen und dann wieder gehen zu können. Die Ruhepausen im Schatten, besonders die nach dem Besuch der großen Buchhandlung im Schatten der Robinien waren für mich die Highlights der Exkursion. Wie eigentlich immer die Augenblicke am eindrücklichsten wirken, in denen man mit Ruhe die jeweilige Szene beobachten und auf sich wirken lassen kann.

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