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Unerfülltes Baumszenario und eine Begegnung mit der Vergangenheit

Bildhauerwiese an der Bosener Mühle
Ein bisschen Wehmut kam dann doch auf bei dem Besuch an einem Ort, den ich vor siebzehn Jahren zuletzt gesehen hatte. Nach dreieinhalb Jahren intensiver und engagierter Arbeit im Kunstzentrum war es damals an der Zeit, Abschied zu nehmen und ein eindrückliches Stück beruflicher Erfahrung hinter mir zu lassen. Mein Wunsch war es, irgendwann wiederzukommen, wenn der Nachfolger des großen Kirschbaums, der lange an der Ecke der Bildhauerwiese stand und eines Tages vom Sturm zerstört und, schon ganz hohl, vollständig gefällt worden war, wenn der Nachfolger dieses Baums eine vergleichbare Größe haben würde. Das Foto zeigt diese Ecke, aber der nachgepflanzte Baum steht dort nicht mehr, stattdessen ein verzweigter und ausgeblichener Totholzast. Offenbar ist der Teil einer Installation in diesem Hofraum. Oder sollte der Ast tatsächlich von dem damaligen Baum stammen, also mit Bedacht und lokalem Bezug dort platziert worden sein? Ich konnte das nicht in Erfahrung bringen, ebenso nicht, warum der Baum weichen musste und sich mein Zukunftsszenario somit nicht erfüllen konnte. Das ist schade, aber wichtig war der Besuch an sich, diese Wiederbegegnung im großen zeitlichen Abstand. Eine Wiederbegegnung, die von dem Fahrweg dorthin bis zu der Gebäudekonstellation des Zentrums selbst mit Reminiszenzen nur so angefüllt war. Vieles ist mit früher identisch, anderes leicht verwandelt, und wieder anderes hinzugekommen. Vollkommen ausgetauscht aber schienen heute die Menschen selbst. Jedenfalls konnte sich keiner derjenigen, mit denen wir sprechen konnten, an die von mir erlebte und für mich so bedeutsame Zeit an diesem Ort erinnern bzw. kannten sie den Ort damals noch nicht. So bleibt die Begegnung mit der Vergangenheit unabgeschlossen, mit der Option einer Fortsetzung bei neuen Begegnungen. Der Anfang heute war stimmig und richtig.

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Baumthemengedächtnis

Manchmal holen einen Erlebnisse der Vergangenheit in ganz unverhoffter Weise ein. Reminiszenzen, die auf schriftliche Notizen, manchmal Zeichnungen zurückgehen, die man schon vergessen hatte, die aber plötzlich wieder auftauchen. So ist das heute geschehen mit einem 9 Jahre zurückliegenden Eintrag in diesem Baumtagebuch. Und schon sind die Gedanken bei einer früheren Arbeitsstelle, bei den Themen, mit denen ich dort zu tun hatte und den Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. In dem Fall ging es sogar um Bäume, speziell den Stoffkreislauf, der dadurch entsteht, dass der Baum das von ihm im Laufe des Jahres produzierte Material ab dem Herbst wieder abwirft und es schrittweise wieder Bestandteil der Erde wird, aus dem der Baum sich ernährt. Eine bebilderte Broschüre für Kinder. Nur eine Umsetzung der Grundprinzipien, die mich im Rahmen meiner Wunschbaumprojekte so faszinieren und die ich noch lange nicht in allen für meine Lebenswelt relevanten Facetten aufbereiten und verarbeiten konnte.

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