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Weihnachtsbaumgeschichten

Erste Bewunderer unseres Weihnachtsbaums haben sich bereits geäußert. Und wenn das Thema einmal angeschnitten ist, zieht es schnell noch bis dahin Unbeteiligte in seinen Bann. Ein Gegenstand, der in diesen Tagen seine Kreise zieht. Jeder erzählt dann seine ganz persönliche Weihnachtsbaumgeschichte. Vom aktuellen Preis der Bäume unterschiedlicher Höhe. Vom bevorzugten aufgesuchten Händler. Von den Differenzen innerhalb der Familie, ob ein Weihnachtsbaum erwünscht ist und wenn, wie er beschaffen sein soll. Wie man ihn gerne schmückt und welche Alternativen es dafür gibt. Schade nur, dass die Besuche und Äußerungen bisher bei helllichtem Tag stattfinden. So konnte der Baum seine ganze Pracht gar nicht entfalten, so ganz ohne Beleuchtung und das damit verbundene Glitzern und Reflektieren all der Schmuckelemente aus Glas, Metall und Perlen. Seine vollständige Aura ist so uns selbst vorbehalten, wenn wir abends schon zeitweise die Lichter einschalten und er den rundum dunklen Raum mit einer ganz einmaligen, wie von innen kommenden Lichtwärme erfüllt. Es gibt wohl nichts, was damit vergleichbar wäre.

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Weihnachtliche Milde

Mein Eindruck, dass diese Adventszeit die Menschen stärker berührt als in manchem Vorjahr, verstärkt sich von Tag zu Tag. Weniger von dem standardmäßigen Beklagen weihnachtlichen Konsums, mehr erkennbare Freude an den einfachen Traditionen und ihrer individuellen Gestaltung. Da kommt angesichts der fast ganztätig beleuchteten Weihnachtsbäume, sogar der künstlichen unter ihnen, ehrliche Feststimmung auf und fließt in Kommunikationen ein, die so nur in der Weihnachtszeit denkbar sind. Eine Art Milde, die sich in die Gemüter hinabsenkt und die das Gemeinsame betont, es manchmal sucht, wenn es sich nicht von selbst zeigen will. Wir brauchen diese Symbole, um uns der eigenen Kultur in Erwartung der christlichen Feste bewusst zu werden, ganz besonders in der fünften Jahreszeit, die viele in dieser Zeit erkennen, die das alte Jahr abschließt und das neue eröffnet. Und auch diese Zeit, im Kern die der Tage zwischen den Raunächten, zwischen  Heilig Abend und Heilig Dreikönig, wird vom Weihnachtsbaum vollständig begleitet. Auch zeitlich trägt er uns hinüber ins neue Jahr und überbrückt mit seinem künstlichen Licht den dunkelsten Tag und die längste Nacht des Jahres.

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Lob der Jahreszeiten

Eigentlich ein guter Tag für die Arbeit mit Holz, insbesondere wenn es sich um Ölbaumholz handelt. Denn die Stimmung war schon deutlich eine herbstliche, zwar noch gut geeignet zum draußen Arbeiten, aber eben nicht mehr diese Hochsommerwetter der letzten Wochen, das jeden Bewegung zur Anstrengung werden lässt. So wie heute könnte es immer sein, meinte M. am Nachmittag, und fasste die Familienstimmung des Tages damit zusammen. Aber wörtlich würde ich das nicht gerne nehmen, weiß ich doch die Reize des jahreszeitlichen Wechsels und die Nuancen innerhalb einer Jahreszeit so sehr zu schätzen. Äquatoriale Wetterverhältnisse wären deshalb nicht meine Sache. So vieles, das unsere Beobachtung, unsere kulturelle Verarbeitung, unsere Reflexionen in Bezug auf die Welt der Pflanzen im Allgemeinen und das Leben der Bäume im Besonderen betrifft, würde wegfallen, da die Differenz nicht wahrnehmbar wäre. Nein, die Jahreszeiten sind ein Geschenk und ihr Wechsel unverzichtbarer Bestandteil unserer kulturellen Identität.

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Kultur und Kosmos

Die Zeit vor Fastnacht, so scheint es mir, hat den immer gleichen Charakter. Ganz unabhängig davon, wie früh oder spät im Jahr die Fastnacht beginnt und wie das Wetter drum herum ausfällt. Denn während wir in diesem Jahr eine Winterfastnacht feiern, fällt sie in anderen Jahren bereits in den Frühling. Für die Menschen ist es aber in jedem Fall eine Auszeit. Wie bei Feiertagen schafft das eine Art Auszeit für ca. zwei Wochen. Eine Woche vorher und eine nachher. Man freut sich gewissermaßen darauf und man genießt die Nachwirkungen. Das Wichtige daran ist wohl die Ausnahme an sich, die Ablenkung und Weblenkung von den Routinen des Alltags. Ich glaube, viele brauchen diese Ablenkung, und Feiertage, Festzeiten allgemein sind eine willkommene Gelegenheit. Interessant, dass auch die Zeit, zu der uns das vergönnt wird, von kosmischen Konstellationen bestimmt wird. Interessant deshalb, weil es schließlich um Kultur geht, Kultur in Abhängigkeit der Sterne. Denn das Osterfest wird zeitlich vom ersten Vollmond im Frühjahr definiert. Entsprechend richtet sich der Beginn der Fastenzeit und die davor liegende Fastnacht aus. So ist unsere Wahrnehmung kultureller Traditionen oft von den anderen Planeten bestimmt, die nicht nur die Wachstumszyklen der Bäume und aller Pflanzen beeinflussen, sondern auch unser Leben mit der Natur und unsere eigenen kulturellen Ausdeutungen.

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Kultur prägende Jahreszeiten

Das Thema Holzofen ist für diesen Winter noch nicht vom Tisch. V. hat das heute nochmal angesprochen, aber es regen sich nach wie vor Widerstände von anderer Seite. Ich bin eigentlich dafür, wenn es jetzt längere Zeit bei diesen Frosttemperaturen bleiben sollte. Wenn nicht jetzt, wann dann. Und Diskussion und Aufwand in Sachen Brennholzvorrat hatten wir in den Vorjahren wahrlich genug. So steht ein für Jahre reichender Vorrat einer Nicht-Verwendung gegenüber. Irgendwie verrückt. Aber wahrscheinlich einfach nur eine Folge des Klimawandels. Dabei machen mir persönlich die milderen Winter weniger aus als die unberechenbaren übrigen Jahreszeiten. Es ist eigentlich das Chaos in den warmen Phasen des Wachstums, die uns besonders stark irritieren und den Glauben an das kulturell tradierte Empfinden der Jahreszeiten verwässern. Ich kann mir noch nicht ausmalen, welche Folgen das auch für die Alltagskommunikation und unser Umgang mit Symbolen des Natürlichen haben wird.

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Bäume und kulturelles Grundverständnis

Es wird wohl ein lichtärmerer November werden, als wir ihn im Vorjahr erlebt haben. Denn das Vorjahr brachte einen nicht nur milden, sondern auch vergleichsweise hellen Frühwinter hervor. So werden wir uns mit den Tiefs, Wolkendecken und Regenfronten anfreunden müssen und das Licht aus unserem Inneren hervorholen. Ich hoffe, dass meine verschiedenen Baumprojekte mir dabei helfen. Die praktische Holzarbeit auf jeden Fall, aber auch die theoretische Beschäftigung mit bestimmten Fragen der symbolischen Umsetzung von Ideen können viel Licht ins Dunkel bringen. Natürlich auch außerhalb der Baumthematik, aber diese bleibt für mich immer einer der wichtigen Bezugspunkte. Auch deshalb kann ein Gespräch über Bäume weit über das Bedeutungsfeld der Rolle hinausgehen, die Bäume in der sprachvermittelten Kommunikation spielen mögen. Es geht dabei immer auch um Grundprinzipien des Lebens und unser kulturelles Grundverständnis.

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Kultur des Illustrativen

Manchmal hängt es wohl von der Nationalität der Bildredakteure ab, ob ein Motiv akzeptiert wird oder nicht. Wenn die Mirabellenfotos bei allen Agenturen Gefallen finden außer bei einer, dann kann der Grund eigentlich nur darin liegen, dass diese Agentur ihren Sitz in Australien hat. Möglicherweise kennt man dort keine Mirabellen und geht deshalb allein vom ästhetisch isolierten Wert der Fotografie aus. Das aber wird vielen Fotos nicht gerecht. Der kulturelle Hintergrund definiert letztlich den Wert einer Fotografie zum Illustrieren desselben. Das ist einerseits schade, aber auch erhellend, denn es zeigt mir, welche Kreise dieses Foto potenziell ziehen kann und welche Teile der Welt es wohl niemals erreichen wird. Auch eine Erkenntnis, die zurückwirkt auf die Wahrnehmung der eigenen Lebenswelt und ihrer Eigenart.

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Arbeit an der Basis

Ein Ausflugstag, der uns weit mehr hat erledigen lassen, als wir erwartet hatten. Und eine willkommene Abwechslung, vor allem wegen der vielen verschiedenen Menschen, darunter zahlreiche Touristen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt und die einem vor Augen führen, wie viele Leben ihre je unterschiedliche Entwicklung suchen. Ich finde solches Beobachten sehr bereichernd, aber nur, da es für mich nicht allzu häufig geschieht. Sonst würde es mich eher lähmen, zu viel Konsum, zu viel Ablenkung von der Basis. Die Basis, zu der u. a. durch die Nähe zu den Bäumen immer wieder eine Annäherung versuche, die ich versuche, in den Alltag als Orientierung zu integrieren. Eben Basis und nicht das Umgekehrte. Von den kulturellen Ausformungen zur Basis zurückzufinden, ist weitaus anstrengender und wahrscheinlich auch nicht so nachhaltig. Bleibt die Herausforderung, diese andere Reihenfolge alltagsfähig zu gestalten. Ich arbeite immer wieder daran.

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