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Gedoppelte Feiertagskultur

An dieser Stelle habe ich es schon öfter geäußert. Aber gerade an den beiden Hauptfesten des christlichen Kirchenjahres kommt mir der Gedanke immer wieder. Dass nämlich der zweite Feiertag, der uns in Deutschland vergönnt ist, das ganze Ereignis erst vernünftig erlebbar macht. Meist ist die Zeit vorher mit viel Geschäftigkeit verbunden, an den Tagen selbst lässt das „Programm“ oft nicht zu, dem eigentlichen Sinn viel Aufmerksamkeit zu schenken. Dass dieser Sinn mehr Raum erhält, wird durch den zweiten Tag sehr begünstigt. Ich glaube deshalb, dass wir in Deutschland durch die Doppelung des Feiertags einen wirklichen Pluspunkt in der Feiertagskultur für uns verbuchen können und gute Voraussetzungen dafür haben, dass das Jahr sinnhafte Akzente Erhält. Symbole, die das äußerlich dokumentieren und begleiten gibt’s genug. Dem Weihnachtsbaum ist an Ostern die vegetabile Symbolik der Frühlings entgegengesetzt, die gerade die Öffnung nach außen, die Orientierung in Richtung des Kosmos betont, während die Weihnacht gerade im Angesichts des Baums, die Konzentration auf das Innere, das göttliche Licht in uns selbst, zum erfahrbaren Thema macht.

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Winterzeit und unbewusste Sphären

Die Tage vor Allerheiligen haben für uns immer schon etwas Aufwühlendes. Ich kann das auch in diesem Jahr feststellen. Es äußert sich im Körperlichen, trifft aufs Gemüt, wirkt sich nicht selten auch auf die Kommunikation aus. Gereiztheit ist da nicht selten. Und erfahrungsgemäß löst sich das erst während der beiden Feiertage wieder auf, manchmal auch erst später. Es hat bestimmt mit der größeren Aufmerksamkeit im Hinblick auf die verstorbenen Seelen zu tun, dass solche Stimmungen und Eindrücke regelmäßig entstehen. Aber wie bei so häufig bei Feiertagen gehen die Bedingungen im Außen, sprich das Novemberwetter, der Beginn des Winters, das immer weniger werdende und am Nachmittag schon früh vergehende Licht, eine enge Verbindung ein mit unserer inneren Befindlichkeit. Beides spiegelt sich ineinander, ohne dass wir uns dem ganz entziehen können. Mit dem Fallen der letzten Baumblätter ist das auch in der Seele angekommen, was wir während des leuchtenden Blätterherbstes ahnen, worauf uns diese Zeit quasi schonend vorbereitet. Dass nämlich das Leben sich mehr nach innen wendet, dass wir, wie Rudolf Steiner das ausgedrückt hätte, uns zurückziehen in Richtung der Erde, die sommerliche, ins Weltall gerichtete Ausdehnung umkehren und Hinabsteigen in die Tiefen auch unserer Seele. Bis wir zur Zeit der Wintersonnenwende, kulminiert im Symbollicht des Weihnachtsbaums, dem am nächsten kommen, was uns allen gemeinsam ist. Dem inspirierenden Funken, der göttlichen Quelle, der geistigen Heimat, an die wir uns dann am ehesten erinnern können, oder zumindest eine abgedämpfte Ahnung davon erhalten. So trägt uns das Beobachten der jahreszeitlichen Veränderungen in Sphären hinüber, die uns eigentlich immer präsent sind, aber allzu oft der bewussten Wahrnehmung verborgen bleiben.

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Feierlicher Sommertag

Zwei wirklich schöne Kräutersträuße konnten wir heute segnen lassen. Unserer hängt natürlich bereits an seinem Stammplatz in der Küche und wird uns das Jahr über begleiten. Js und Ws Strauß werden wir ihnen demnächst mitbringen, auch das hat schon Tradition. Interessant, dass der Brauch durchaus in unserer Region noch in den Köpfen vieler präsent ist, nur fehlt dem einen oder anderen die Muße, selbst auf Kräutersammeltour zu gehen. So verwundert es nicht, dass uns nach der Messe gleich zwei Damen angesprochen haben und uns um einen Zweiglein aus einem der gesegneten Sträuße baten. Die musste ich dann allerdings abbrechen, da die Sträuße sehr fest zusammengebunden waren. Ein schöner Feiertag für uns, leider nicht für manch anderes Bundesland. Umso dankbarer bin ich, dass uns dieses kirchliche Fest noch vergönnt ist, gerade weil sich darin christlicher Sinn mit jahreszeitenbezogener Tradition verbindet. Auch die Fahrt von der außerhalb gelegenen Kirche durch die vollständig von Baumkronen überdache schmale Straße nach Hause passte an diesem schönen sonnigen Hochsommertag zum feierlichen Charakter des Tages und machte ihn für uns zu einem wahren Feiertag.

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Kräutersammlung und erste Baumfrüchte

Da der Feiertag auf einen Montag fällt in diesem Jahr, war es naheliegend, am heutigen Sonntag auf die Kräutersuche zu gehen. Bestimmte Orte haben sich in den letzten Jahren als vielversprechend herausgestellt, wenn auch jedes Jahr wieder seine Abweichungen bereithält. Allerdings sind wir an dreien unserer Favoritenplätze fündig geworden und mussten keine weiteren Wege mehr zurücklegen. Nebenbei hat M. auch noch eine Reihe kleiner herbstlicher Baumzweige mitgenommen, darunter mit Flechten besetzte, bereits abgestorbene Zweige des Hartriegels, ideal zum Dekorieren, und andere kleine Zweige mit ersten Baumfrüchten, noch grünen Eicheln und erst blassroten Hagebutten. Im Mittelpunkt unseres Interesses standen aber natürlich die Kräuter. Und da haben wir neben den bekannten auch eine Reihe so noch nicht gesehener mitgesammelt. Ein echtes Highlight waren dieses Mal aber die beiden Königskerzen, die wir am dritten der besuchten Orte ausfindig gemacht haben. Die erste, majestätischste, mit einer langen Spitze und vielen schon geöffneten, noch mehr aber noch nicht geöffneten Blüten, habe ich schon von weitem entdeckt. Bei näherem Begutachten der Umgebung sind wir dann noch auf eine zweite gestoßen. Prima, denn wir binden ja immer zwei Kräutersträuße und die Königskerze gehört deutlich sichtbar in die Mitte und ragt auch immer etwas weiter heraus. Eine wirklich gute Ausbeute unseres kleinen Kräutersammelausflugs und zwei schöne Sträuße, die wir morgen in der Kirche segnen lassen.

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Vegetationszyklus und Lebenslauf

Es kann es nicht häufig genug betonen, wie froh ich um die Feiertage bin, die wir uns in Deutschland erhalten haben. Vor allem die Doppelung an Weihnachten, Ostern und Pfingsten verleiht dem Feierlichen Nachdruck, zunächst einmal unabhängig davon, ob der kirchliche Sinn des Tages bewusst ist und aktiv gelebt wird. So hat auch das Pfingstfest seine ganz eigene Ausstrahlung, die natürlich mit der Jahreszeit zusammenhängt und all jenen vorchristlichen Bräuchen, Ritualen und Traditionslinien, die sich bis heute fortgesetzt haben, häufig transformiert, den Gegebenheiten der Gegenwart angepasst, vielleicht auch in seiner Ursprungsbedeutung verwässert. Es bleibt aber immer eine Ahnung von diesem Zusammenhang und dem, was christlicher Sinn und naturmystische Deutung gemeinsam haben. Eine Ahnung, die von einer tatsächlichen Gemeinsamkeit herrührt, dem intuitiven Wissen um eine höhere Ordnung, die hinter dem Naturganzen steht, hinter dem Blühen und Grünen der Bäume im Zuge des Vegetationszyklus genauso wie hinter dem Wachsen und sich Entwickeln der Menschen in ihrem jeweiligen Lebenslauf. Der Vegetationszyklus spiegelt sich in kleineren Einheiten im Kalenderjahr und prägt damit, in zyklischen Wiederholungen auch die gesamte Biographie. Es ist für mich wichtig, diese großen Zusammenhänge aus Anlass der Feiertage immer wieder konzentriert mitverfolgen und in ihren Auswirkungen auf Kommunikation und Alltagserleben erleben zu können. So wie auch an diesem Pfingstfeiertag, der Hoffnung auf eine Rückkehr des Frühlings und einen schönen Frühsommer machte.

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Feiertagsatmosphäre

So viel Sonne wie im Vorjahr wird dieser März im Ergebnis nicht bringen. Das ist vor allem auf die letzten 10 Tag zurückzuführen. Ohne diesen Einbruch hätte es etwas werden können. Immerhin können wir für den Ostersonntag, vielleicht auch schon Karsamstag auf einige längere Sonnenphasen hoffen, auch wenn die Temperatur frühlingshaft nicht zu nennen sein wird. Ich freue mich dennoch auf die Ruhezeit und auf die besondere Atmosphäre, die jeder Feiertag und Ostern ganz besonders mit sich bringt. Wenn ich dabei Einkehr mit zumindest einem ausgedehnteren Spaziergang verbinden könnte, wäre das dem Feiertag angemessen. Und dass der Baumfrühling kurz bevorsteht, das ist jetzt schon spürbar. Um die Feiertage herum wird sich die Landschaft eine letzte Ruhepause gönnen, danach hoffe ich auf die richtige Witterung, um das erste Grün und die Baumblüten fotografisch festhalten zu können.

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Naturkulturkonglomerat

Es ist jetzt ähnlich wie im Vorjahr. Der Frühling ist schon spürbar, wenn auch noch nicht so heftig wie 2014, noch nicht so warm und sonnig. Deswegen ist es auch zweifelhaft, ob die besonders sonnenhungrigen Bäume, wie unser Feigenbaum, eine ähnliche Hochphase erleben werden. Es hängt davon ab, ob die Wärme früh genug kommt und vor allem das Licht über lange Monate keine Einbrüche erlebt. Eines ist absolut gleich. Diese Stille und die abwartende Haltung der Menschen. Es scheint, als ob man die Wochen vor Ostern noch genießen möchte, erst später neue Projekte in Angriff nehmen will. Fastenzeit als für viele unbewusste Zeit der Reflexion und des Müßiggangs? Vielleicht ist da was dran. Und wie so häufig hängt das sehr stark mit den Eindrücken von Wetter und Landschaft zusammen, die sich mit der Symbolik des bevorstehenden Feiertags ergänzen. Es ist, wie wenn man in der zeitlichen Marke des Feiertags den Auftakt zum eigentlichen Jahresaufbruchs entdeckt.

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