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Starke Buchen

Frisch gefällte Abschnitte einer Buche Frisch gefällte Abschnitte einer Buche Frisch gefällte Abschnitte einer Buche

Den heutigen Weg, einen meiner Lieblingswege, bin ich schon einige Male am Rosenmontag gegangen. Da aber morgen Regen angesagt ist, habe ich es vorgezogen, bei schönem nachmittäglichem Wetter. Der abwechslungsreiche Wanderweg an sich braucht eigentlich keine besonderen Attraktionen. Aber zu dieser Jahreszeit fällt, in Ermangelung sonstiger Akzente, die forstwirtschaftliche Betriebsamkeit besonders auf, vor allem an den Waldrändern, an die zuvor geschlagene Stämme und Stammabschnitte transportiert und dort dann gelagert werden. Diese Ansammlungen frisch gefällter Stämme übt auf mich immer wieder eine Anziehung aus. Da steckt so viel Kraft drin, dass man denkt, der Baum, obwohl in Einzelteile zerlegt, lebe noch weiter, hätte sich von seiner verwurzelten Vitalität noch nicht verabschiedet. Ein letzter großer Auftritt, eine Demonstration der Stärke, bevor er irgendwann in der Unsichtbarkeit verschwindet, um wiederum viel später durch sein verarbeitetes Holz wieder in Erscheinung zu treten und seine Individualität in neuer Form zum Ausdruck zu bringen.

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Starkes Baum-Thema

Darum, dass die Wunschbaum-Projekte einen ganz guten Spiegel globaler Stimmungen abgeben, bin ich ganz froh. Bei Medien und Formen, deren Substanz vor allen Dingen eine symbolische ist, die zudem einen Gegenstand haben, der als archetypisches Symbol, als hochgradig emotional besetztes Zeichen aufgefasst werden kann, sind dafür gute Voraussetzungen gegeben. Denn im spontan geäußerten Interesse, in der Suche nach Inhalten, die es ermöglichen, die eigene Persönlichkeit in äußeren Symbolen zu spiegeln, um damit mehr über diese zu erfahren, zeigt sich die wahre Stimmung. Ganz unabhängig von Entwicklungen und Nachrichten aus Politik und Wirtschaft. Es gibt eben – glückerweise – diese zeitlosen Themen, die gerade deshalb jederzeit im Alltag präsent sind und die persönliches Handeln, Motivationen und Intentionen stärker bestimmen als oft bewusst wird. Eine Palette von Wegen, Formen und Medien für mich entdeckt zu haben, mich eben diesen Themen zu widmen, immer eng geführt am großen Thema „Baum“ empfinde ich als große Bereicherung, die nie verblasst. Denn Teil dieser Projekte ist immer auch die Weiterentwicklung unter Berücksichtigung sich verändernder Wahrnehmungen, Bedürfnislagen und Ausdrucksformen. Wenn bei aller Veränderlichkeit der thematische Kern unberührt bleibt, ist das nur eine weitere Bestätigung der Stärke des Themas und seiner symbolischen Formen und der großen Rolle, die sie im Alltagsleben der Menschen spielen.

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Lichtreicher November

Das war der lichtreichste November seit 7 Jahren. Wer hätte das gedacht. Gefühlt schien er eher trübe. Aber die wenigen hellen und kalten Tage gegen Ende des Monats haben zusammen mit lichten Phasen einige Wochen vorher wohl dieses statistische Ergebnis zur Folge. Schön, dass der Beginn des Dezembers ähnlich ausfallen soll. Ich hätte nichts einzuwenden gegen einen dieser kalten und sonnenreichen Winter, die wir vor Jahrzehnten nicht so selten waren, die wir jüngst aber nicht mehr erleben durften. Dann hätten wir auch einen Anlass, den Holzbrandofen schon vor Neujahr anzufeuern. In Durchschnittswintern war die Jahreswende immer die Startmarke. V. spricht ohnehin davon, den Brennholzvorrat mit Fichten und dazwischen gestreuten Obstbaumscheiten weiter aufzufüllen. Eine lange Ofensaison würde das notwendig machen. Wir müssen wohl noch abwarten. Prognosen sind jüngst schwieriger geworden.

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Wieder ein warm leuchtender Weihnachtsbaum

Der Aufbau des künstlichen Weihnachtsbaums vorm Haus hat diesmal gut funktioniert. Er steht jetzt fast genauso da wie im Vorjahr. Mit einer bernsteinfarben leuchtenden Lichterkette, roten Kugeln und am Fuß zum Schutz vor heftigem Wind mit einem schweren Sandsack beschwert. So dürfte er die Saison gut überstehen. Und die Zeitschaltuhr funktioniert ebenfalls noch. Ein schöner Anblick, wenn uns in diesen grauen Tagen morgens schon das warme Leuchten begegnet, und auch am Abend steht es exemplarisch für die Vorzüge der häuslichen Winterzeit. Wie ich letztes Jahr schon festgestellt habe, stört der unnatürlich gleichmäßige Aufbau des Baums keineswegs. Auch nicht, dass er als Kunstbaum erkennbar ist. Seine Rolle als Weihnachtsbaum ist es umso markanter und bestimmt vollständig, wie er wirkt und wie wir ihm begegnen.

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Wo Künstliches symbolische Stärke zeigt

Den künstlichen Weihnachtsbaum, der letzten Jahr erstmals zum Einsatz kam, habe ich heute nochmal entpackt und provisorisch aufgebaut. Die Einzelteile, das sind neben dem Ständer drei „Stamm“-Teile und zahlreiche einzeln einzuhängende „Äste“ sowie eine zusammenhängende Spitze, waren in zwei Kartons verpackt und sehr schnell wieder zusammengesetzt. Schwieriger wird’s dann schon mit dem Aufstellen vor Ort, denn der Untergrund ist leicht schief, und vor allem muss der leicht Ständer mit einem sehr schweren Sandsack beschwert werden, um die ganze Saison stabil zu bleiben und bei heftigen Winterwinden nicht wegzufliegen. Anschließend erhält der Baum noch eine LED-Beleuchtung mit bernsteinfarbenen Lichtern. Ich fand das sehr schön. Und interessanterweise wurde die Schönheit auch von vielen Besuchern gelobt, obwohl man schon auf den ersten Blick wahrnimmt, dass es sich um einen künstlichen Baum handelt. Die Anmutung des Gleichmäßigen in Verbindung mit der offensichtlichen Künstlichkeit wirkt auf die meisten irgendwie rührend. Ein Zeichen mehr dafür, dass Symbole sich u. U. ganz weit von der materiellen Substanz entfernen und erst in den Köpfen ihre ganze Stärke entfalten. Das gilt für ein so starkes Symbol wie den Baum ganz besonders, erst recht, wenn er uns in Gestalt eines Symbolbaums begegnet.

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Wahrnehmungsschwerpunkte des Baumlebens

In jüngster Zeit werden die Besuche meiner Wunschbaum-Seiten wieder zahlreicher. Ich lese das ab an der Zunahme von Kommentaren, an Rückmeldungen verschiedenster Art. Ich glaube, das liegt weniger am Winter – auch möglich, wie in den beiden letzten Jahren mit richtigem Winter – vielmehr in diesem Jahr an der Erwartung des Frühlings. So gibt es Jahre, in denen die Winterperiode dominant bleibt, auch in der Erinnerung, und andere, die durch den Sommer im Gedächtnis bleiben. Diesen Winter können wir eigentlich vergessen. Er war weder durch die Abwesenheit der Bäume präsent noch durch ihre Betonung, etwa durch malerische Schneebepuderungen. Es war und ist noch ein Winter, in dem die Bäume sich ganz zurückgezogen haben und nur bei expliziter Beobachtung, etwa beim Fotografieren, ins bewusste Menschenleben zeitweilig zurückgekehrt sind. Das muss wohl auch einmal sein, immer damit verbunden, dass ein anderer Abschnitt des Lebenszyklus in den Vordergrund rückt. Wird es diesmal das Frühjahr mit seinem ersten Grünen und Blühen sein. Oder wird statt des vegetativen Anfangs die Hochzeit des Wachstums im Sommer, oder das Fruchten im Herbst den Wahrnehmungsschwerpunkt bilden. Jetzt ist es noch zu früh, dazu eine Prognose abzugeben. Nur die Ruhezeit können wir wohl ausschließen.

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Mit Grundlegendem zum Fortschritt

Dieses Jahr schleicht sich sehr unauffällig davon. Und das scheint mir gut so, denn es gab so viel Unglückliches und Aufregendes in der Welt 2015, dass man sich Ruhe und Stabilität mehr wünscht als alles andere. Diese Stabilität der politischen, kulturellen und sozialen Verfassung einer Gesellschaft ist wohl die Voraussetzung für wirkliche Weiterentwicklung. Und das gilt für die Gesellschaft als Ganze ebenso wie für den persönlichen Entwicklungsweg eines jeden einzelnen Menschen. Es ist dies oft mein erster Gedanke am Morgen und einer der letzten des Tages, dass wir uns bald wieder den Luxus leisten können, an formenden, aufbauenden, Verbesserung bringenden Projekten zu arbeiten und mit diesen uns selbst und die Gesellschaft voranzubringen. Die Kräfte zehrenden Nebenschauspiele sind allzu sehr in den Vordergrund getreten und ließen oft kaum mehr Freiraum. Wenn es etwas gibt, das ich mir für 2016 wünsche, dann diese Form von Fortschritt. Basisthemen wie unser Verhältnis zur natürlichen Umwelt, für mich am deutlichsten in der Baumsymbolik zum Ausdruck gebracht, können uns auch künftig helfen, eine Freiheit des kreativen Ausdrucks und Wirkens zurückzugewinnen. Denn diese Themen führen uns auf die Grundlagen unserer Existenz zurück und befreien uns von Ballast.

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Raunächte, Selbstspiegelung und Vorsätze

In diesen Tagen liest M. viel über die Raunächte und die Bedeutungen, die man den zwölf Tagen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag zuschreiben kann. Eine mögliche Ausdeutung beruht auf der Idee, dass diese zwölf Tage das folgende Jahr, die kommenden zwölf Monate quasi vorwegnehmen. Wenn man das annimmt, macht es Sinn, jedem dieser Tage eine Art Aufgabe zuzuordnen und an jeweiligen Tag die Aufmerksamkeit auf diese Aufgabe zu lenken. So sollte es gestern um das Zurücklassen alles Negativen gehen, um unbeschwert ins neue Jahr überwechseln zu können. Ich denke, dass an solchen Ansätzen viel Sinnvolles ist, man sie aber dennoch auf Praxistauglichkeit hin kritisch prüfen sollte. Ist es mir überhaupt möglich, so differenziert durch die Raunächtezeit zu gehen und die Aufmerksamkeit so gezielt zu lenken? Ist eine solche Zuordnung zwischen Einzeltagen um die Jahreswende zu Monaten des Folgejahres eigentlich aussagekräftig. Natürlich erlebt das jeder auch anders und setzt unterschiedliche Schwerpunkte bei Vorsätzen und der Verarbeitung des Erlebten. Gerade deshalb sprechen mich die zeitlosen Symbolthemen am meisten an, die einer Spiegelung gleichkommen. Die Spiegelung im Wachstums- und Lebenszyklus der Bäume ist uns naheliegend, da wir deren Veränderung täglich in unserem Blickfeld haben. Die symbolische Stärke der Bäume unterstützt uns dabei und gestaltet den Prozess der Selbstbeobachtung dennoch ergebnisoffen. Ebenso wie die Bäume in Abhängigkeit von ökologischen Faktoren entwickeln auch wir unsere Lebenswirklichkeit, die körperliche Befindlichkeit, die seelische und geistige Verfassung und Veränderung in einem komplizierten Umfeld, zu dem auch die Bäume als natürliche Spiegel gehören. Die Jahreswende kann uns einer von vielen Anlässen sein, diese Selbstbeobachtung bewusst zu machen und aus ihr Zuversicht und Entschlossenheit für das neue Jahr abzuleiten.

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Bäume und Baumthemen sind zeitlos

Diesmal sind es nicht die kunsthandwerklichen Arbeiten, die mich zwischen den Jahren in Atem halten. Vielmehr bahnen sich bereits zahlreiche für kommendes Jahr geplante Projekte an und müssen vorbereitet werden. Fast schon zu viel Vorbereitung. Ich hoffe, dennoch die Raunächte, vor allem die dazu gehörenden Tage, in ihrer Besonderheit wahrnehmen und ausfüllen zu können. Der Tag morgen wird wohl im Zeichen dieses Vorhabens stehen und die Gedanken wieder etwas weiter schweifen lassen. Ich freue mich, dass meine interaktiven Baumprojekte nach wie vor auf Interesse stoßen. Kommentare zu Einträgen des Baumtagebuchs, auch eine Anfrage, ob ich mich mit dem Baumtagebuch an einem Wettbewerb für Gartenblogs beteiligen möchte. Das sind ermutigende Zeichen, dass auch kommunikativ die Beschäftigung mit den Bäumen anschlussfähig bleibt und der Baum als archetypisches Symbol seine Bedeutung behält.

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Der Baum als Lebensthema

Das Interesse an und das Verständnis für die Symbolik der Bäume sind durchaus groß, in einer zeitlosen Weise. Die Art etwa, wie die Bedeutung alter und beeindruckender Baumindividuen in einer Sendereihe auf ARTE aktuell aufbereitet und dargestellt wird, ist ein Zeichen dafür. Mich wundert das nicht, da ich das Thema seit etwa 15 Jahren intensiv reflektiere und die Äußerungen und Einstellungen der Menschen meiner Umgebung genauestens beobachte. Die Erkenntnis daraus ist, dass die äußeren Lebensumstände, die wirtschaftlichen Herausforderungen, die politisch diskutierten Themen wechseln mögen. Die Betrachtung der Spiegelung menschlicher Befindlichkeit in den Bäumen ist dagegen immer hintergründig, bleibt von allem anderen unberührt. Einfach weil wir es mit dem Baum mit einem universellen Symbol zu tun haben, das unser Verhältnis zum Leben, unser Nachdenken über Prinzipien des Lebens, besonders gut unterstützt. Je mehr ich darüber erfahre und im Alltag erlebe, desto weitreichender scheint mir das symbolische Feld, auf dem wir uns mit den Bäumen bewegen. Ein Themenfeld, das unerschöpflich und horizontlos zu sein scheint und auch insofern ein großes Lebensthema.

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