Die zwei Seiten der Veränderung

Schon denke ich an den Sommer. Der rotblättrige Spitzahorn am Park in D., der mir in den Vorjahren in den Hochsommermonaten während der Mittagspausen so wunderbaren Schatten und Abkühlung geschenkt hat, wird diese Funktion jetzt nicht mehr so gut erfüllen können. Man hat ihm vor einigen Wochen die tief liegenden Äste gekappt, um die Krone zu stärken. Das heißt aber auch, dass der Schatten kleiner ausfallen wird. Das ist jetzt schon, bei ziemlich dichter Belaubung, gut absehbar. Mal wieder ein Erlebnis weniger, dabei fand ich gerade dieses Sitzen im Schatten des Baums – der Bereich rund um den Stamm ist prominent, was aus dem Ganzen so eine Art Aussichtsposition macht – so ungemein wohltuend. Wie gesagt, in der heißesten Zeit des Jahres. Der einzigen, in der ich mich in dieser halben Stunde nicht durchgehend spazierend bewege, sondern größtenteils ausruhend, eben im Schatten. Wie immer, wird auch dieses zwei Seiten haben. Ich bin gespannt, was die Veränderung an hoffentlich Positivem mit sich bringt. Und ob dieses etwas anregend auf mich wirkt, oder nur Anlass für Aufregung und Ärgernis sein wird.

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Frühllings-Gefühle

Eine Antwort auf die Frage, was es denn Neues gebe. Vielleicht hätte ich von etwas anderem reden können. Aber in dem Moment war der Hinweis auf das Blühen und Grünen der Bäume passender. Immerhin, es fällt auch anderen auf, sogar Ingenieure registrieren die große Menge Blütenstaubs in dieser Jahreszeit, auch wenn sie das vor allem mit der ,,Verschmutzung“ ihrer Autos in Verbindung bringen. Welche Einstellung und Nähe jemand zu den Bäumen auch immer haben mag, die biologische Wirkung des Frühlings, der sich deutlicher als im Aufleben der Bäume nicht zeigen kann, dieser Wirkung kann sich niemand entziehen. Und so erwachen eben auch die menschlichen Lebensgeister und schwingen sich in ungeahnte Höhen auf. Dies ist es, was man gemeinhin ,,Frühlingsgefühle“ nennt. Wem ist schon bewusst, dass diese – wie so vieles andere – ohne die Bäume gar nicht existieren würden.

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Baum-Prägungen

Da müssen schon einige günstige Faktoren zusammen kommen, wenn eine Beobachtung und die Dokumentation einer Beobachtung in der Fotografie oder in einem Text, oder in irgendeiner anderen kreativen Äußerung, wirklich eindrücklich sein soll. Faktoren, die mit einem selber zu tun haben: Die Tagesform, abhängig von der körperlichen Verfassung, dem Grad der Beanspruchung und der zur Verfügung stehenden Energie. Die Aufnahmefähigkeit, abhängig auch vom Klima, den Temperaturen, den Luftdruckschwankungen. Und Faktoren, die von außen in der Situation der Beobachtung selber wirksam werden: allen voran das Licht, das die Dinge, und ganz besonders die Bäume, in jeder Situation wieder in neuer Form erscheinen lässt. Und dann gibt es die Synchronizitäten, wenn man in dem Moment genau weiß: Das ist das Eigentliche, in diesem Moment hat sich, sprich mir, die wahre Natur z. B. des Baumes gezeigt, in genau diesem Augenblick und in einer ebenso einmaligen wie überzeugend einfachen, authentischen Weise. Zurück bleibt ein Eindruck, der den Erfahrungsschatz anreichert, der abrufbar ist in vergleichbaren Momenten, der ab sofort als Vergleichsmaßstab gelten kann, der immer auch ein Geheimnis bleibt, eine genuin private Empfindung und Lebenserfahrung. Der sich in der Regel schlecht mitteilen, meist auch nicht wirklich darstellen lässt. Fotografien bleiben meist nur ein Abklatsch, Texte wegen der Beschränkungen der Wortsprache ein Schatten. Und doch kann es Wirkungen haben, langfristige, nicht sofort zum Vorschein kommende. Man ,,strahlt“ die Erfahrung aus, je intensiver sie war, umso deutlicher. Auch in anderen, dem Themenbereich ganz und gar entfernten Situationen. Die Erfahrung wird so zu einem wichtigen Teil der Persönlichkeit. Man ist, was man wahrnimmt und erfährt. Was ist eine Baum-Persönlichkeit? Solche theoretischen Fragen müssen unbeantwortet bleiben, entziehen sich einer Analyse. Aber diese Prägungen, ihre Ausstrahlungen und kommunikativen Wirkungen sind evident, vielleicht gerade weil sie sich nicht beschreiben und wissenschaftlich abgrenzen lassen. Das Geheimnis ist Teil und Voraussetzung ihres Auftretens.

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Mysterium Baum

Es blüht so viel in dieser Zeit des Jahres. Demnächst werde ich meine Arbeit an der Fotosammlung der Baumblüten weiter fortsetzen können. Vor allem verschiedene Sträucher sind es, deren Blüte ich in den Vorjahren verpasst oder nicht registriert habe: z. B. vom Goldregen und Pfaffenhütchen. Oder die ich schlicht nicht zuordnen konnte. Immer wieder begegnen mir Gewächse, die ich noch nicht identifizieren kann. Aber durch genaue Beobachtung und Vergleiche mit den Abbildungen meiner diversen Baum-Bestimmungsbücher gelingt es dann meistens doch. Und schon ist das Spektrum dessen, was ich bei meinen Streifzügen wahrnehmen und benennen kann, wieder weiter gewachsen. Den oft geäußerten Einwand, die wissenschaftlicher Denkart entlehnte Verkopfung ließe den Zauber der Dinge hinter sich, den kann ich für mich nicht bestätigen. Der Zauber bleibt und ist sogar Hauptmotiv meines Beobachtens und meiner kreativen Arbeiten rund um die Bäume. Die Zuordnung, Systematisierung und Beschreibung stellt nur eine weitere Facette dar, dem Mysterium Baum schrittweise näher zu kommen.

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Über Sommerblumen und erschöpfte Reben

Der Tag war wie geschaffen für die Aufgabe: Die Sommerblumen rund ums Haus in Tröge, Kübel und Töpfe einzupflanzen, am richtigen Platz zu arrangieren und alles wieder zu säubern. Wie in den Vorjahren haben M. und ich zusammen die Blumen in der Gärtnerei ausgesucht. Wir hatten zwar schon gewisse Vorstellungen, aber jedes Jahr gibt wieder neue Überraschungen, und so ist die Zusammensetzung am Ende doch recht unterschiedlich. Auch die Zusammenstellung der Blumen nach Farben und Arten, die sich am Gesamterscheinungsbild und der intuitiven Stimmigkeit bemisst, variiert. Wie es letztendlich wirkt, wird sich erst in einigen Wochen zeigen, wenn die Pflanzen sich entwickelt und ihre vollen Blüten ausgebildet haben. Jedenfalls haben wir alles geschafft, und noch einiges mehr. Zum Beispiel die Weinreben. V. ist aufgefallen, dass bestimmte Äste der weit verzweigten Reben kein neues Grün treiben. Bei näherem Hinsehen haben sie sich als abgestorben erwiesen. Seltsam, vor einigen Monaten noch haben sie reiche Frucht getragen. Man blickt da nicht wirklich durch, aber über Winter kann da einiges passieren, was man nicht unbedingt absehen kann. Schade, denn die Einfahrt ist jetzt, nachdem wir die morschen Äste entfernt haben, ziemlich kahl. Glücklicherweise ist an der Stelle der größten Verlustes schon ein neuer Stock angegangen, der also den alten ersetzen wird. Allerdings wird es einige Jahre brauchen, bis dieser eine vergleichbare Stärke erreicht haben wird. Das morsche Holz hat V. in ganz kleine Abschnitte geschnitten, damit wir es im Winter als Feuerholz verwenden können. Die besonders dicken Abschnitte habe ich zurückbehalten. Ich will bei Gelegenheit endlich einmal versuchen, einen Stab daraus zu drehen und ein Armband herzustellen. Einen Versuch ist es jedenfalls wert, auch wenn es mir sehr unwahrscheinlich erscheint, denn das Holz ist äußerst porös und vermutlich viel zu elastisch. Das war ein schöner Frühsommertag, der uns Hoffnung macht auf hoffentlich durchgängig angenehme Sommermonate.

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Gewolltes Baumbild

Seit sich die Gemeindegärtner darauf verlegt haben, die Bäume so radikal zu schneiden, in diesem Jahr wurde das flächendeckend in allen Gemeinden der Gegend so gehandhabt, begegnen mir die einzelnen Baumwesen in ganz ungewohnter Gestalt. Irgendwie entrückt, was wohl daran liegt, dass es kaum noch tief liegende Äste gibt, die ich so mochte, weil sie Makroaufnahmen von Blüten, Blättern und Früchten möglich machen. Stattdessen muten selbst junge Bäume schon wie Einzelgänger an, darauf getrimmt, möglichst rasch in die Höhe zu wachsen und eine gewaltige Krone auszubilden. Ich finde das schade, weil es Distanz zu den Bäumen schafft, die Kommunikation, wenn man so will, erschwert. Auf der anderen Seite ist es aber auch interessant, denn die neue Schnitttechnik zieht ein ganz neues Bild nach sich, vermittelt noch stärker als bisher den Eindruck von Gestaltung, von bewusstem Formwillen der Menschen, die sich für die Ordnung und Pflege öffentlicher Grünanlagen zuständig halten. Immerhin zeigt es aber auch, dass das Interesse, die Aufmerksamkeit und der diesem Thema gewidmete Zeit-, Personal- und Kostenaufwand stetig zunimmt. Das stimmt mich dann wieder optimistischer, auch wenn mir der Stil persönlich weniger zusagt.

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Eigensinniges Efeu

Die Früchte des Efeu hängen um diese Zeit immer noch, die meisten haben eine tief schwarze Farbe angenommen, wenige aber sind noch grün. So ist das beim Efeu, der sich ständig in einer Art Übergangsphase bewegt, bei dem Blüte und Fruchtbildung ineinander überfließen, sich dabei gegenseitig überlagern, und das bei unterschiedlichen Blüten und Früchten derselben Pflanze in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Vielleicht deshalb fand ich dieses Gewächs immer schon hoch interessant. Nie war ich bis vor kurzem aber auf die Idee gekommen, die Früchte einmal näher zu betrachten, sprich sie zu zerdrücken, was im reifen Zustand leicht ist. Bei der ersten Analyse dieser Art vor einer Woche sind vier etwa gleich große Kerne zum Vorschein gekommen, die sich nahtlos im Zentrum zu einer Kugel zusammengefügt haben. Die beiden Früchte heute aber hatten nur eine bzw. zwei Kerne. Interessant, dass sich die Undeutlichkeit und Unregelmäßigkeit auch in der Mikrostruktur wieder spiegelt. Die Kletterpflanze Efeu zeigt sich so als durch und durch eigensinniges Lebewesen, das dem Ruf der Bäume als Repräsentanten des Einmaligen im Kollektiven alle Ehre macht.

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Blütenkunstwerk

Zum Kunstvollsten, was ich im Bereich der heimischen Baumblüten kenne, gehören die Kerzenblüten der Rosskastanien, deren Hochzeit jetzt angebrochen ist. Aus der Entfernung nimmt man gewöhnlich nur die kerzenartigen Blütenstände wahr, die dem gleichzeitig Laub treibenden Baum eine solch majestätische Ausstrahlung verleihen. Nicht nur ihre Form, auch die raffinierte Farbigkeit dieser kompliziert strukturierten Blüten fasziniert immer wieder aufs Neue. Absolut fantastisch aber ist die Mikrostruktur, die man schön beobachten kann, wenn die Blüten an tief hängenden Ästen auf Augenhöhe liegen. Ein echtes Wunderwerk, wie es künstlich wohl in dieser Perfektion niemals herstellbar wäre. Eine besonders sinnliche Facette der ungeheueren biologischen Kreativität, von der ich vor einigen Tagen bereits gesprochen habe und die mir besonders im Frühling so vielgestaltig begegnet. Wie viele Naturgeister werden wohl an der Ausformung dieser Kunstwerke mitwirken?

Weißblühende Rosskastanie

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Mittagsstunden

Geradezu paradiesisch die Stimmung in der Mittagsstunde. Die Wiesen um den Teich in D. waren mit blühendem Löwenzahn nur so übersäht. Dazu das Weiß-Gelb der Gänseblümchen. Und die Bäume werden, da schon von teils üppigem Laub gekrönt, schon vom Licht durchleuchtet, was eine wunderbare Transparenz hinterlässt. Ich werde in den kommenden Wochen viel zu fotografieren haben. Besser noch aber ist es, einfach die Stimmung und die besonders um Mittag so ausgeprägte Stille zu genießen. Ohne diese halbe Stunde wäre der Tag nur halb so viel wert.

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Kreativität der Bäume

An einer Maiveranstaltung habe ich heute zwar nicht teilgenommen, wenn ich es aber getan hätte, wäre es wohl ziemlich ins Wasser gefallen. Diesig den ganzen Tag über, da kommt keine rechte Stimmung auf. Selbst der Spaziergang fiel da recht knapp und unspektakulär aus. Den Pflanzen tut es dagegen gut, wenn zwischendurch ein feuchtes, bisweilen subtropisches Klima herrscht. In der Kombination mit nachfolgendem Sonnenschein sind das gute Wachstumsbedingungen. Und so haben viele der vor wenigen Wochen radikal geschnittenen Sträucher in den Grünanlagen bereits wieder Asttriebe bekommen und sogar Blätter ausgebildet. Es ist jedes Mal wie ein Wunder, welche ungeheuere Regenerationskraft gerade in den Bäumen liegt. Das geht innerhalb weniger Tage, und schon ist die Landschaft wie verwandelt. Im kommenden Jahr schon wird um diese Zeit wohl niemand mehr daran denken, dass von diesen Bäumen und Sträuchern 13 Monate zuvor nur noch kurze und kahle Stammabschnitte übrig waren. So schnell werden sie ihre je eigene Baumgestalt wieder ausgebildet, aus sich heraus erneuert haben. Eine Gestalt, die ihre Veränderlichkeit und ihren unbedingten Lebenswillen dokumentiert. Für den unbedachten und einfach nur hinsehenden Menschen werden sie dagegen einfach wie Grün tragende Gehölze wirken, unbeachtet bleiben wird in der Regel ihre unfassbare biologische Kreativität.

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Freie Tage tun gut

In dieser ,,Hexennacht“ muss man wohl keine allzu groben Streiche befürchten. Denn die Witterung am Abend könnte genau so gut in den November passen. Dabei hat es am Morgen ganz viel versprechend begonnen. Immerhin konnte ich die Blüte der Buche, in diesem Fall einer Blutbuche sehr schön einfangen, was mir in den vergangenen Jahren nie gelungen ist. Auch hatte ich bis dahin den Unterschied der weiblichen und männlichen Blütenstände nicht wirklich realisiert, wohl weil bei den bisher beobachteten Normalbuchen bisher immer nur die männlichen zu sehen waren:

Blüte der Blutbuche

Die freien Tage tuen mir trotz des Wetters gut, schon allein, weil dann Zeit zum Lesen und Denken ist und man nicht gleich wieder von der Alltagsroutine vereinnahmt wird. Ein zusätzlicher freier Tag, besonders wenn es ein Feiertag ist, macht da unheimlich viel aus. So hoffe ich, dass noch viel Gelegenheit sein wird, die brach liegenden und zu kurz gekommenen Themen und Aktivitäten weiter zu verfolgen.

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Baumreich

Der Birnbaum hat mir in der Sammlung der Baumblütenfotografien noch gefehlt. In den vergangenen Jahren hatte ich ihn immer wieder ,,verpasst“. Aber heute war es so weit, auch wenn die Lichtverhältnisse eher problematisch waren und ich bei teils eisigem Wind die wenigen lichten Momente herausfiltern musste. Letztendlich sind doch ein paar gute Aufnahmen gelungen, die die weiße Blüte in ihrer Besonderheit erkennbar machen:

Birnbaumblüte

Dabei hatte ich unangenehmen Besuch, riesige Schwärme von Fliegen, deren Art ich nicht bestimmen kann, die aber tief schwarz und ziemlich groß sind, im Flug ein stachelartiges Hinterteil von sich streckend. Die saugen anscheinend die jungen Blätter an oder legen Eier ab o. ä. Jedenfalls haben sie sich massenhaft auf den Birnbäumen niedergelassen oder sind mir vor der Linse herumgeschwirrt:

Fruchtbaumfliegen

Auch wenige Apfelbäume standen schon in der Blüte, die so ungleich opulenter wirkt und im Gegensatz zu den Birnbäumen den Baum schon von weitem leuchten lässt. Die Birnbaumblüten dagegen sind eher dezent und fallen nur bei näherem Hinsehen überhaupt auf. Zuvor hatte ich auf dem Fußweg zur Autowerkstatt schon die Gelegenheit, das wunderbare Blütenmeer der gewöhnlichen Traubenkirschen zu bewundern, die ein ganz strahlendes, irisierendes Licht reflektieren und die ich sicherlich noch in den kommenden ca. 3 Wochen werde genießen können, da die reichen Dolden sich nach und nach erst öffnen. Ebenfalls am Saardamm zeigten sich einige Feldahornsträucher entschlossen, von der eben erst begonnenen Blüte direkt in die Bildung der Flügelfrüchte überzugehen. So deutlich hatte ich diesen fließenden Übergang noch nie beobachtet. Der Flügel wächst quasi aus der Blüte heraus, deren Form aber gleichzeitig noch vollständig zu erkennen ist. Ganz schön kurios:

Blüte und Frucht des Feldahorns

Mit gewissen Umtopfarbeiten und der Befreiung der Korkenzieherhaseläste von der Osterdekoration (Eier und Hasen) ging dieser baumreiche Tag seinem Ende entgegen. Mögen die freien Tage weitere schöne Beobachtungen mit sich bringen!

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Baumfraktale

Jetzt wird’s doch richtig grün. Viele Bäume treiben ihre Blätter. Besonders charmant bei denen, die sich nur ganz langsam entfalten – entblättern – und damit über Tage ihre ungeheuer fein verästelte Struktur erkennen lassen. Faszinierend, wie in einer mehr oder weniger winzigen Blattknospe schon die Form des ausgebreiteten und sich von der Sonne nährenden Blattes angelegt ist. Eine Struktur, die selber baumförmig zu nennen ist, was mich an die Vorstellung von Fraktalen erinnert, bei denen das Teil die Struktur des Ganzen trägt und die Struktur des Ganzen sich in der der einzelnen Teile wieder spiegelt. Bei unserem kleinen Ginkgobaum beobachte ich das zurzeit, und bei dem schon etwas größeren und kräftigeren Feigenbaum direkt daneben. Und noch eine Kuriosität, die ich mir spontan nicht erklären kann: Gleichzeitig mit dem zaghaften Hervortreten der Blätter bildet der Feigenbaum in etwa gleicher Größe und Wachstumsgeschwindigkeit grüne Früchte aus! Früchte, bevor die Blüte überhaupt aufgetreten ist? Ich weiß nicht, wie man so etwas erklären kann, gibt es vielleicht so etwas wie eine vegetative Fruchtbildung bei den Feigen. Vielleicht finde ich in einem meiner Baum-Bestimmungsbücher Aufschlüsse über diesen merkwürdigen Umstand.

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Die besondere Verbindung

Müdes Wetter und nicht minder müde Menschen. Mann kann einfach den ständigen Wechsel nicht verstehen. Niemand kann sich daran erinnern, jemals so verwaschene und unklare Jahreszeiten erlebt zu haben. Nichts ist mehr durchgängig und deutlich. Gerade so, als ob das Wetter das soziale und kulturelle Klima in Deutschland und vielen Ländern der Welt widerspiegeln würde. Da tut unaufdringliche Deutlichkeit gut. Wie sie uns zum Beispiel und besonders eindrücklich in Gestalt und im Mit-Leben der Bäume begegnet. Der Baum als gelebte, quasi programmatische Verkörperung von Individualität. Eine Individualität, die ihre Wurzeln und ihr Eingebettetsein in das Kollektiv der zugehörenden Art nie verleugnet, vielmehr ihre Stärke gerade aus diesem Bewusstsein bezieht. Ich freue mich sehr, wenn man mich mit diesem Gedanken in Verbindung bringt. Das geschieht besonders dann, wenn ich das von den Bäumen Gelernte im eigenen Leben besonders deutlich zum Ausdruck bringe, es ,,ausstrahle“. Dann wird einigen aus meinem Umfeld bewusst, welche besondere Verbindung ich zu den Bäumen habe. Vielleicht ahnen sie auch, dass darin eine große Kraft liegt, die nutzen zu können für bestimmte Menschen ein dankbar angenommenes Geschenk bedeutet. Ich könnte mir vorstellen, dass sie mich in solchen Momenten besser verstehen als es in anders ausgerichteten Kommunikationen jemals möglich ist.

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Bildhafte Eindrücke

Manche Blüte vergeht so schnell, dass man kaum zwei Blicke nacheinander darauf werfen kann. So hatte ich mir vorgenommen, bestimmte Blüten bei besseren Lichtverhältnissen erneut zu fotografieren, musste aber heute feststellen, dass das teils windige und verregnete Wetter viele Blütenblätter bereits hat abfallen lassen, so dass die Blütenköpfe nackt da stehen. Die Spitzahornblüte hat jetzt ihren Höhepunkt fast schon überschritten, die wachsenden Blätter dominieren allmählich dass hellere Grün der Blüten. Und auch in den kühleren Ecken ist das Blütenmeer des Schlehdorns schon wieder am verblassen. Anderes regt sich dagegen. Zum Beispiel die kätzchenförmigen Blüten der Kaukasischen Flügelnuss und des Birnbaums. Alles natürlich mindestens 3 Wochen zurück. Aber wen stört das, wenn der Frühling dann doch allmählich zu sich findet. Dieses Jahr wird für mich wohl wieder stärker bildhaft orientiert sein. Ich merke, dass mich das Fixieren punktueller Eindrücke im Bild nach wie vor sehr reizt. Auf diesem Gebiet habe ich aber auch einiges nachzuholen, was aus bekannten Gründen in den vergangenen 12 Monaten weitgehend brach liegen musste.

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Tag des Baumes

Wikipedia weiß den Hintergrund zu beleuchten. Er gehört zu den Begriffen, die jährlich aufs Neue kursieren und deren Bedeutung aber wenige wirklich kennen. Deshalb hier einmal einige Infos zum Ursprung dieses Gedenktages:

Der internationale Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten Julius Sterling Morton zurück, der 1872 einen „Arbor Day-Resolution“-Antrag an die Regierung von Nebraska stellte, der binnen 20 Jahren in den ganzen USA angenommen wurde. An diesem Tag, ursprünglich der 10. April, werden traditionell Baumpflanzungen durchgeführt.

Der Tag des Baumes wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der deutsche „Tag des Baumes“ wurde erstmals am 25. April 1952 begangen.

Der Tag des Baumes wird jedes Jahr im April mit Feierstunden begangen und soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten.
(Wikipedia-Beitrag, erfasst am 25.04.2006)

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Paradiesische Magnolienblüte

Auf dem Rückweg von der Arbeit konnte ich nicht umhin, noch einen Umweg zu machen. In Richtung des schönen Magnolienbaums in M., der die farbenprächtigsten und wohlgeformtesten Blüten im ganzen Umkreis trägt. Der Zeitpunkt war richtig, ich hatte das am Wochenende beim Vorbeifahren bereits abgeschätzt, denn die Blüten vergehen unheimlich schnell. Kaum haben sie ihre ganze Pracht entfaltet, schon verwelken die Randblätter und die Gesamterscheinung ist im Nu verdorben. Umso wichtiger, die wenigen Tage dazwischen zu genießen. Es ist einfach die wunderbare Kombination von Formen, Farben und Licht, die diesen Baum im Frühling zu einer paradiesischen Erscheinung werden lässt:

Magnolienblüte

Magnolienblüte

Magnolienblüte

Magnolienblüte

Magnolienblüte

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Entspannter Sonntag

Der Frühling macht mich müde, aber das hat auch etwas Entspannendes. So haben wir den ganzen Tag mehr oder weniger vertrödelt. Immerhin bin ich zum Aufräumen und ein wenig Lesen gekommen. Am Nachmittag haben wir den jüngst erhaltenen riesigen Sonnenschirm aufgespannt und uns darunter auf das frisch geschnittene Rasenstück hinterm Haus zum Kaffee niedergelassen. Mit Blick auf den blühenden Nashi-Birnenbaum und den ebenso schön blühenden Zierapfel:

Nashiblüte

Zierapfelblüte

Der richtige Birnbaum lässt noch eine Weile auf sich warten. Hoffentlich werde ich am kommenden Wochenende meiner Fotosammlung die fehlende Aufnahme hinzufügen können.

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Der Sommer kann kommen

So ein Saubermachtag ist doch auch mal ganz schön. Wir haben heute die obligatorische Hochdruckreiniger-Aktion rund ums Haus durchgeführt. Das ist der symbolische Abschluss des Winters und die Vorbereitung auf die Freiluftsaison. Und wirklich wohl kann man sich dort nur fühlen, wenn der ganze übers Jahr sich festgesetzte Schmutz mal mit Wasserkraft weggepustet wird. Vor allem die Grünalgen auf der transparenten Überdachung, die es uns ermöglicht, den Sommer über draußen zu sitzen. Das Rattan-Sofa ist auch schon aufgestellt, die Hollywood-Schaukel gereinigt, und morgen kommen noch der Rattan-Tisch mit der Glasplatte und die Stühle dazu. Dann wird dem ausgeruhten Blick auf den zurzeit schön blühenden Garten nichts mehr im Wege stehen. Das hat den ganzen Vormittag eingenommen. Am Nachmittag bin ich dann doch noch dazu gekommen, die beiden neuen Armbänder herzustellen: Apfelbaum und Zürgelbaum, zwei schöne Hölzer, die ich gerne verwende. Zumal ich verschiedene Menschen kenne, die den beiden Bäumen zugetan sind. Ich bin sicher, die Adressaten werden zufrieden sein. Ja, ein schöner Frühlings- – ich würde fast sagen Frühsommer- Tag, den ich mal in rein körperlicher Aktion verbracht habe. Wäre regelmäßig an den Samstagen vielleicht nicht das Verkehrteste.

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Unbekannte Schönheiten

In meinem inzwischen ganz schön umfangreichen Foto-Archiv habe ich an verschiedenen Stellen Ordner mit der Bezeichnung ,,unbekannt“ angelegt. Denn häufig begegne ich Blüten oder Früchten, die ich nicht zuordnen kann. Vor allem bei Sträuchern, die so viele Zierformen kennen, ist das recht häufig. Da aber gerade bei diesen Formen oft sehr schöne Oberflächen zu entdecken sind, möchte ich sie gerne im Bild festhalten. Auch im Hinblick darauf, sie später dann doch identifizieren zu können. Eine solche No-Name-Blüte habe ich auch heute wieder eingefangen. Keine Ahnung, wozu die gehört, es sind niedrige Sträucher aus einem Parkstreifen in D. gewesen:

Blüte

Anderes ist wohlbekannt. So dieser wunderbare Magnolienbaum, den ich seit Jahren zu allen Jahreszeiten beobachte, da er auf meinem Arbeitsweg liegt. Die Bewohner dieses ,,Magnolienhauses“ sind zumindest in diesen Wochen des Jahres, in denen die Blüten ihre Pracht zeigen, wirklich zu beneiden:

Magnolienhaus

Und anderswo wähnt man sich im Urwald. In Wirklichkeit verhält es sich aber viel harmloser. Das geradezu unanständig üppige Grün gehört einem Spitzahorn:

Ahorndschungel

Ganz interessant: Das Hell-Gelb-Grün der Blüten vermischt sich dieser Tage mit dem ersten zarten Blättern, die gerade dabei sind sich zu entfalten und dem Ahorn-Dschungel dunkelgrüne Tupfen verleihen.

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Blütenträchtig

Es war ein schöner Frühlingstag. Die Magnolienbäume blühen prächtig, und auch die Zierkirschen versprühen ihre wunderbaren Farben, die je nach Art zwischen Weiß und Rosarot variieren:

Frühlingsblüten

Frühlingsblüten

Das Licht hat heute dafür gesorgt, dass die Tristesse der letzten Monate endlich einmal abgelöst wurde von frühlingsgehauchter Transparenz und Farbigkeit. Sehr schön haben es auch die üppig mit Blüten übersäten Trauerweiden reflektiert und damit der Jahreszeit ihre so lange herbeigesehnte Aufbruchstimmung verliehen:

Trauerweide

In einer dieser schönen Bäume hat sich ein Marienkäfer verliebt und sich im Blütenstaub nur so gesult:

Marienkäfer auf Trauerweide

Von mir aus kann es gerne so weiter gehen.

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Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.

  • Nahaufnahme der Schnittkanten eines Baumholz-Lattenstapels I, aus: Abstrakt natürliche Struktur Nahaufnahme der Schnittkanten eines Baumholz-Lattenstapels I, aus: Abstrakt natürliche Struktur
  • Hirnholzansicht gestapelter Kiefernbohlen I, aus: Hirnholztexturen Hirnholzansicht gestapelter Kiefernbohlen I, aus: Hirnholztexturen
  • Verwitterter Stammquerschnitt einer Eiche, aus: Lichter Querschnitt Verwitterter Stammquerschnitt einer Eiche, aus: Lichter Querschnitt
  • Hagebuttenfrucht im Hochwinter, aus: Baumdetails im Winterlicht Hagebuttenfrucht im Hochwinter, aus: Baumdetails im Winterlicht
  • Weihnachtliche Raumimpression mit Weihnachtsbaum-Dekoration, aus: Weihnachtliches Licht im November Weihnachtliche Raumimpression mit Weihnachtsbaum-Dekoration, aus: Weihnachtliches Licht im November
  • Herbstlicher Dekorationskorb mit Zierkürbis und Physalis, aus: Die Farben des Herbstes konservieren Herbstlicher Dekorationskorb mit Zierkürbis und Physalis, aus: Die Farben des Herbstes konservieren
  • Reife Pfaffenhütchen, aus: Ein heller und warmer, aber kein goldener Oktobertag Reife Pfaffenhütchen, aus: Ein heller und warmer, aber kein goldener Oktobertag
  • Sich auflösende Physalisfrüchte im Herbst, aus: Plastische Formen des Herbstes Sich auflösende Physalisfrüchte im Herbst, aus: Plastische Formen des Herbstes
  • Blüte des Wolligen Schneeballs, aus: Frühlingsrückblick Blüte des Wolligen Schneeballs, aus: Frühlingsrückblick
  • Ebereschenzweig mit Fruchtstand im Hochsommer, aus: Punktuelle Blicke auf die Bäume im Hochsommer Ebereschenzweig mit Fruchtstand im Hochsommer, aus: Punktuelle Blicke auf die Bäume im Hochsommer
  • Weißdornzweig mit Früchten, aus: Jahreszeitlicher Vor- und Rückblick Weißdornzweig mit Früchten, aus: Jahreszeitlicher Vor- und Rückblick
  • Holzasche, aus: Zwischen unheimlich und anziehend Holzasche, aus: Zwischen unheimlich und anziehend
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  • Walnussbaumzweig mit grüner Nuss im Hochsommer, aus: Punktuelle Blicke auf die Bäume im Hochsommer Walnussbaumzweig mit grüner Nuss im Hochsommer, aus: Punktuelle Blicke auf die Bäume im Hochsommer
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  • Fruchttragender Weißdorn im Spätsommer, aus: Sommer-Herbst der Sträucher Fruchttragender Weißdorn im Spätsommer, aus: Sommer-Herbst der Sträucher
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  • Wunschbaum-Armband Trompetenbaum, aus: Neues Armband aus dem Holz des Trompetenbaums Wunschbaum-Armband Trompetenbaum, aus: Neues Armband aus dem Holz des Trompetenbaums
  • Sturmopfer – Entwurzelter Ahorn in Essen, aus: Stürme und Baumopfer Sturmopfer – Entwurzelter Ahorn in Essen, aus: Stürme und Baumopfer
  • Esskastanie mit reifenden Früchten, aus: Sommerlichtfänger Esskastanie mit reifenden Früchten, aus: Sommerlichtfänger
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  • Reife Mirabellen am wildwachsenden Baum, aus: Mirabellen satt Reife Mirabellen am wildwachsenden Baum, aus: Mirabellen satt
  • Blattwerk im Gegenlicht, aus: Feigenbaumsommer Blattwerk im Gegenlicht, aus: Feigenbaumsommer
  • Blatt im Gegenlicht, aus: Feigenbaumsommer Blatt im Gegenlicht, aus: Feigenbaumsommer
  • Reife Feige, aus: Feigenbaumsommer Reife Feige, aus: Feigenbaumsommer
  • Ganze Feigenfrüchte, aus: Das Fruchtfleisch der Feigen Ganze Feigenfrüchte, aus: Das Fruchtfleisch der Feigen
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  • Nashi-Früchte im Sommer, aus: Pralle Früchte Nashi-Früchte im Sommer, aus: Pralle Früchte
  • Reifende Weintrauben, aus: Üppiges Obstjahr Reifende Weintrauben, aus: Üppiges Obstjahr