Erwachsener Heilig Abend

Mit Einbruch der Abenddämmerung, die um diese Zeit der Wintersonnenwende bereits eine Nachmittagsdämmerung ist, habe ich erstmals die Beleuchtung des ganzen Weihnachtsbaums eingeschaltet und gelassen. Vielleicht das augenscheinlichste Symbol für die Feier des großen christlichen Festes. Und dann war ich sehr froh, dass W. mich in die Christmette begleitet hat. Leider konnten die anderen diesmal nicht mit. Alleine wäre es nicht dasselbe gewesen. Eine schöne Messe, die dennoch im Vergleich zu meinen Weihnachtserinnerungen aus Kindheitstagen und auch noch aus späteren Jahren, nicht in derselben atmosphärische Dichte auf mich wirkte. Schwierige Zeiten sind es ohnehin, die unsere Eindrücke von allem prägen, aber auch die Wahrnehmung der christlichen Feste und der kirchlichen Rituale und Routinen hat sich sehr verändert. Weniger Seele, ein schleichender Verlust von Innerlichkeit kommt mir in den Sinn. Und doch bin ich mir nicht sicher, ob das Einschätzungen sind, die unter dem Einfluss wachsender Lebenserfahrung stehen. Manchmal kann ein weiterer Horizont eben auch seine ernüchternden Wirkungen offenbaren.

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