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Zwischen den Lebenszeiten von Menschen und Bäumen bestehen vielfältige Verbindungen. Die Bäume sind besondere Lebensbegleiter des Menschen, denn sie verkörpern geradezu den Wachstums- und Alterungsprozess, vielleicht eindrücklicher als jedes andere Lebewesen. Gerade darin liegt wohl die Ehrfurcht vor besonders alten und eigentümlichen Baum-Individuen begründet. Jeder weiß: Dieser Baum wird voraussichtlich mein eigenes Leben überdauern, er wird nicht nur mein Leben, sondern das vieler weiterer Generationen begleiten, und er birgt eine Weisheit in sich, die sich auf das Erleben zahlreicher zurück liegender Generationen bezieht.

Die Weisheit der Bäume macht sie zu Archetypen des Lebens schlechthin. In ihnen entfaltet sich eine reichhaltige Symbolik, die Menschen gerne zur Selbstbeschreibung und Selbstbeobachtung verwenden. In der Präsenz und in den symbolischen Formen der Bäume spiegelt sich das menschliche Leben von der Geburt bis zum Tod – und darüber hinaus. So ist es mir auch möglich, mit diesem Baum-Tagebuch die Koexistenz und vielfältige Interaktion zwischen Mensch und Baum, eng geführt an der eigenen Biographie, zu beobachten und zu beschreiben. Eine Engführung, die den interessierten Besucher auf die Spur der Selbstbeobachtung im Spiegel der Bäume führen mag.

Diese Seite versucht, unterschiedliche Aspekte des Komplexes „Bäume und Zeit“ vorzustellen. Ich fange an mit dem zeitgenössischen Konstrukt des „keltischen Baumkreises" bzw. des „keltischen Baumkalenders“, einem System, das den Zeitpunkt der Geburt eines Menschen mit einer bestimmten Baumart in Beziehung setzt, woraus sich eine Unterscheidung verschiedener Charakterbilder gewinnen lässt. Weiter versuche ich mit dem Lebensbaumbegriff die biographische Bedeutung der Bäume näher zu beleuchten. Später sollen weitere Beiträge zum Thema folgen.